Mit der Familie unterwegs: Ein Monat in China

Wir sind gerade von einer wunderbaren Reise nach Shanghai zurückgekommen. Es war unser erster wirklich langer Flug mit Kindern, von Berlin über Helsinki nach Shanghai. Natürlich war das eine Herausforderung, aber insgesamt lief es erstaunlich gut. Wir möchten unsere Erfahrungen teilen, ein paar Tipps weitergeben und einige Produkte nennen, die unsere Reise und den Aufenthalt deutlich angenehmer gemacht haben.
Vor der Reise
Vor den Kindern war Packen für uns eine Kleinigkeit. Ein paar Stunden am letzten Tag haben gereicht. Mit Kindern muss man deutlich genauer überlegen, was wirklich mit muss. Solange man alle Reisedokumente dabeihat, kommt man zwar meistens irgendwie ans Ziel, aber fehlende Alltagsdinge können unterwegs viel Stress auslösen. Deshalb haben wir eine Liste mit Dingen zusammengestellt, die sich nach unserer Erfahrung wirklich lohnen.
| Produkt | Warum |
|---|---|
| Mobile Wickelunterlage | Ein absolutes Muss. Auf vielen Reisen mussten wir schon auf einer Bank, auf dem Boden am Flughafen oder an anderen unpraktischen Orten die Windel wechseln. Vielleicht gibt es nur einen Wickelraum und davor eine lange Schlange, oder es gibt gar keinen. Mit einer gut gepackten mobilen Wickelunterlage bist du auf solche Situationen vorbereitet. |
| Kinderwagen | Ob man einen Kinderwagen mitnimmt, sollte man früh entscheiden. In den meisten Fällen kann man ihn kostenlos mitnehmen. Es gibt aber natürlich Risiken: Er kann beschädigt werden, verloren gehen oder zusammen mit dem übrigen Gepäck schwer in ein Taxi passen. Wenn dein Kind schon etwas älter ist, kann ein kompakter Reisekinderwagen eine gute Idee sein. Diese Modelle sind kleiner und oft günstiger. Eine Alternative ist, vor Ort einen Kinderwagen zu leihen, zu mieten oder gebraucht zu kaufen und ihn vor der Rückreise wieder zu verkaufen. Wir hatten diesmal Glück und konnten uns nach der Ankunft in Shanghai von Freunden einen GB Pockit leihen. Wir waren positiv überrascht, wie gut dieser Wagen war. Zusammengeklappt war er extrem klein und leicht zu tragen. |
| Babytrage (besonders wenn kein Kinderwagen mitkommt) | Wenn du keinen Kinderwagen dabeihast, ist eine Trage fast unverzichtbar. Auch wenn Kinder laufen können, wollen sie das nicht immer genau dann, wenn es für dich praktisch ist oder sie wollen gerade dort laufen, wo sie nicht sollen. Am Flughafen ständig hinterherzulaufen oder Kinder immer wieder zurückzuhalten, kann ziemlich anstrengend werden. Kinderwagen oder Trage helfen dabei und lassen dir die Hände frei, wenn du Tickets, Pässe oder das Handy brauchst. |
| Noise-Cancelling-Kopfhörer | Unser vierjähriger Sohn konnte sich mit dem Bordunterhaltungssystem zunächst kaum auf die Cartoons konzentrieren. Er schaute kurz, verlor dann wieder den Fokus und wurde etwas unruhig. Als wir ihm unsere Bose-QuietComfort-Kopfhörer gegeben haben, war der Unterschied erstaunlich: Plötzlich war er ganz in den Film vertieft. Ehrlich gesagt hat uns das selbst überrascht. Für uns und auch für die Menschen in der Umgebung wurde der Flug dadurch deutlich ruhiger und angenehmer. |
| Familien-Passhülle | Wenn man mit der ganzen Familie reist, besonders ab drei Personen, ist eine Familien-Passhülle unglaublich praktisch. Sie ist dafür gemacht, alles Wichtige an einem Ort zu halten: Pässe, ausgedruckte Bordkarten, Karten wie Aufenthaltstitel oder ähnliche Dokumente und sogar Kleinigkeiten, die sonst leicht verloren gehen, etwa Schlüssel, Notizen, Münzen oder ein USB-Stick. Alles, was dir hilft, organisiert zu bleiben, ist auf Reisen mit Kindern Gold wert. |
| Powerbank mit Schnellladefunktion | Auch wenn man am Flughafen oder in Shanghai viele Lademöglichkeiten findet, halten wir eine Powerbank auf langen Reisen für unverzichtbar. Kinder lassen einen selten lange ruhig an einem Ort sitzen. Mit einer guten Powerbank kann man mit den Kindern herumlaufen und trotzdem das Handy laden, auf dem vielleicht Tickets oder wichtige QR-Codes gespeichert sind. Auf unserem Rückflug von Shanghai nach Helsinki hatten wir Pech und der USB-Anschluss am Sitz funktionierte nicht. Zum Glück hatten wir die Powerbank dabei. Selbst wenn die Bordanschlüsse funktionieren, laden sie moderne Smartphones oft nur sehr langsam. |
Eigenes kleines Pflegeset
| Wenn ich mit den Kindern unterwegs bin, habe ich fast immer ein eigenes kleines Pflegeset dabei. Kinder sind ständig in Bewegung, und selbst wenn sie direkt vor dir sind, weißt du nie, was in der nächsten Sekunde passiert. Wegen der Flugregeln kann man nur kleine Mengen mitnehmen, aber für kleinere Blessuren unterwegs reicht das meist. Und nicht nur Kinder brauchen manchmal Hilfe. Auch wir Eltern waren froh über Schmerzmittel, etwa bei Kopfschmerzen nach sehr langen Reisetagen mit wenig Schlaf. |
| Taschen-Organizer | Ich mag es sehr, wenn Dinge ordentlich sortiert und schnell zugänglich sind, besonders auf Reisen mit der ganzen Familie. In einer Handtasche landen schnell viele kleine Sachen, und ohne Organizer wird es rasch chaotisch. Ich habe deshalb fast immer einen Organizer mit Reißverschluss dabei. Darin sind nicht nur Teile des Pflegesets, sondern auch Ohrhörer, Ladekabel oder Ohrstöpsel gut aufgehoben. Falls unterwegs doch einmal etwas ausläuft, bleibt wenigstens der Rest der Tasche sauber. |
| Apple AirTag | Nach einer früheren Reise nach Schweden, bei der unser Gepäck verschwand, wollten wir in Zukunft besser vorbereitet sein. Deshalb haben wir AirTags gekauft, um unser Gepäck unterwegs verfolgen zu können. Wenn ein AirTag im aufgegebenen Koffer liegt, sieht man recht gut, ob das Gepäck bei Umstiegen mitgekommen ist und ob es am Ziel angekommen ist. Natürlich verhindert das keinen Verlust, aber es beruhigt sehr. Wir hatten außerdem etwas Sorge, dass die Kinder in China einmal verloren gehen könnten. Deshalb hatten sie manchmal ebenfalls einen AirTag in der Tasche. Verloren gegangen ist zum Glück niemand, aber selbst dann waren die AirTags nützlich, weil wir uns leichter wiederfinden konnten, wenn wir uns kurz aufgeteilt hatten. Ein AirTag braucht keine eigene Internetverbindung, daher konnte ich selbst dann sehen, wo mein Mann war, wenn er kein Internet hatte. |
Wir hoffen, dass diese Liste dir die Vorbereitung erleichtert und dir hilft, entspannter in die eigentliche Reise zu starten.
Am Flughafen
Für diese Reise haben wir den Kinderwagen zu Hause gelassen und stattdessen eine Trage mitgenommen. Zum Berliner Flughafen sind wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren. Das lief zunächst gut, aber am Flughafen merkten wir schnell, dass es ein Fehler war, keinen Kinderwagen dabeizuhaben. Nicht weil unsere Kinder nicht laufen können, sondern weil unsere jüngste Tochter ständig kreuz und quer durch den Flughafen rannte. Zum Glück konnten wir hinter der Sicherheitskontrolle am Informationsschalter einen Kinderwagen ausleihen. Das hat das Warten auf den Flug deutlich entspannter gemacht. Wir waren gerettet und haben uns direkt gemerkt, dass ein günstiger Reisekinderwagen uns viel Stress erspart hätte.

Kurz vor der Sicherheitskontrolle mussten wir noch eine Windel wechseln. Einen guten Wickelplatz haben wir nicht gefunden und mussten auf eine Bank ausweichen. Zum Glück war unsere mobile Wickelunterlage gut gepackt, sodass alles schnell griffbereit war.
Nach der Sicherheitskontrolle konnten wir, wie gesagt, den geliehenen Kinderwagen nutzen. Die Alternative wäre die Trage gewesen, aber im Flughafen war es ziemlich warm. Mit unserer Tochter im Kinderwagen lief dann alles deutlich entspannter.
Während des Flugs
Der erste Flugabschnitt von Berlin nach Helsinki war mit etwa eineinhalb Stunden recht kurz. Ein häufiger Rat ist, das Kind beim Start und bei der Landung zu stillen. Dafür ist ein Stilltuch sehr praktisch, und zum Glück hatten wir eines dabei. Ansonsten lohnt es sich, genug Snacks, Getränke, Spielzeug, Malbücher und Ähnliches einzupacken. Die Airline verteilt oft ein wenig Beschäftigungsmaterial, aber je nach Fluglänge und je nachdem, wie wählerisch die Kinder sind, reicht das nicht unbedingt.

Der zweite Flug von Helsinki nach Shanghai dauerte ungefähr 13 Stunden. Unsere Tochter schlief zum Glück die meiste Zeit. Unser vierjähriger Sohn tat sich deutlich schwerer mit Einschlafen und Ruhigbleiben. Zunächst versuchten wir es mit Cartoons auf dem Bordunterhaltungssystem, aber das funktionierte nur mäßig. Er ließ sich ständig ablenken. Als wir ihm später die Noise-Cancelling-Kopfhörer gaben, konzentrierte er sich plötzlich viel besser auf den Film. Natürlich ist gemeinsames Spielen immer schöner als Bildschirmzeit, wenn man die Energie dafür hat. Aber falls das nicht realistisch ist, können solche Kopfhörer erstaunlich viel helfen. Vielleicht fällt es Kindern bei viel Umgebungsgeräusch einfach schwerer, wirklich bei einer Sache zu bleiben.
Ankunft in Shanghai
Kurz vor dem Aussteigen stand wieder ein Windelwechsel an. Im Flugzeug gibt es zwar einen Wickeltisch, aber wir haben trotzdem unsere Wickelunterlage darauf genutzt. Das fühlt sich hygienischer an und alles ist sofort griffbereit.
Nach dem Aussteigen suchten wir am Flughafen nach einem Kinderwagen, fanden aber keinen. Also blieb wieder die Trage. Dank guter Klimaanlage war das zum Glück nicht zu heiß. Danach ging es durch die Einreise, und wir holten unser Gepäck ab, von dem wir dank AirTags ohnehin schon wussten, dass es angekommen war. Zusätzlich hatten wir farbige Koffergurte verwendet, was uns sehr half, die Koffer auf dem Band schnell zu erkennen. Ob Koffergurte Schäden verhindern, sei dahingestellt. Aber sie machen das Gepäck viel leichter sichtbar, und das ist mit müden, abgelenkten Kindern schon ein echter Vorteil.
Mit dem Gepäck sind wir anschließend zum Maglev-Zug weitergegangen, um in die Innenstadt zu fahren.
In Shanghai

Wir haben ziemlich schnell bereut, nicht vorher einen günstigen Reisekinderwagen gekauft zu haben. Schon auf der Reise selbst und erst recht nach der Ankunft hätte er vieles leichter gemacht. Shanghai war etwas wärmer und deutlich feuchter, als wir erwartet hatten. Eine Trage war dadurch kaum eine Option. Am ersten Tag wechselten wir zwischen Tragen und selbst laufen lassen. Das funktionierte halbwegs, aber erst als wir von einem Freund in Shanghai den GB Pockit leihen konnten, wurde es richtig angenehm.
Dieser Kinderwagen hatte einen enorm positiven Einfluss auf unsere Erfahrung und auch auf die unserer Tochter. Wir waren außerdem überrascht, wie gut der Wagen insgesamt war. Wenn man groß ist, ist es etwas schade, dass sich die Griffhöhe nicht verstellen lässt. Bei kompakten Kinderwagen ist das aber ohnehin eher selten. Ansonsten war er einfach zu nutzen, klein genug für die Stadt, in wenigen Sekunden zusammengeklappt und gefaltet wirklich winzig. Außerdem hat er einen Griff, sodass man ihn im zusammengeklappten Zustand leicht tragen kann.
Fazit
Solange du Reisedokumente und eine Kreditkarte dabeihast, wird meistens schon vieles gutgehen. Trotzdem ist Reisen mit Kindern deutlich anspruchsvoller als Reisen ohne Kinder. Gute Vorbereitung und gute Organisation machen aber einen großen Unterschied. Es gibt einige Produkte, die vieles erleichtern können, etwa kompakte Reisekinderwagen, mobile Wickelunterlagen und, überraschenderweise, Noise-Cancelling-Kopfhörer. Wir wünschen dir eine sichere und schöne Reise.