Guiyang mit Kindern und Opa: Unsere Sommerreise in sieben Tagen

Von Peter CronaZuletzt aktualisiert

Meine Kinder und ich vor einem Wasserfall in Tianhetan.

Anfang August, nach einigen Wochen bei der Familie in Shanghai, war ich bereit für eine Pause von der Hitze. Als Schwede musste ich mich daran erst gewöhnen. Meine Frau und ich suchten ein Reiseziel, das wir mit unserem achtjährigen Sohn, unserer fünfjährigen Tochter und meinem fast siebzigjährigen Schwiegervater erkunden konnten, ohne ständig das Hotel zu wechseln.

Wir entschieden uns für Guiyang und blieben vom 5. bis 11. August 2026. Am ersten Abend gab es Hotpot mit saurer Brühe. Am nächsten Tag regnete es so heftig, dass selbst die schnellste Scheibenwischerstufe kaum freie Sicht schaffte. Der Hitze in Shanghai waren wir entkommen, einen Plan für Regentage brauchten wir trotzdem.

Guiyang hat sich für unsere Reise mit Kindern und Opa bewährt. Wir konnten in einem Hotel bleiben, mit Metro und Fahrdiensten wie Didi unterwegs sein und kürzertreten, wenn jemand eine Pause brauchte. In Tianhetan gab es Boote und Höhlen, in Qingyan eine Stadtmauer zum Besteigen und in Longli einen Tag voller Aktivitäten für die Kinder. Plant Zeit für Regen und Erholung ein: Zu unserer Woche gehörten zwei Reisetage und ein Tag, an dem ein Teil der Familie im Hotel blieb.

Wo wir wohnten und was das für uns bedeutete

Wir wählten eine ruhigere Gegend im Norden von Guiyang mit einer Metrostation in der Nähe. So konnten wir abends etwas Ruhe haben und kamen trotzdem gut herum. Wenn ihr dort ein Hotel sucht, achtet auf kurze Fußwege zur Metro und auf Restaurants in der Nähe.

Ins Zentrum mussten wir allerdings erst fahren; die alten Gassen lagen nicht vor der Tür. Wer abends lieber zu Fuß essen geht und anschließend gemütlich zurückschlendert, ist mit einem zentralen Hotel vielleicht besser bedient. Uns waren die ruhigeren Abende recht.

Wie wir zu fünft unterwegs waren

Für Tianhetan und Longli kombinierten wir die Metro mit per App bestellten Fahrten. Weil wir zu fünft waren, bestellten wir meistens zwei Autos über einen Fahrdienst in WeChat oder die Didi-App. Mein Schwiegervater fuhr mit einem Kind, meine Frau und ich mit dem anderen. In beiden Apps gaben wir dasselbe Ziel ein, damit beide Autos zum gleichen Ort fuhren.

Das funktionierte für uns gut, bedeutet aber zwei Fahrpreise und zwei Ankünfte, die man abstimmen muss. Vereinbart einen Treffpunkt und stellt sicher, dass die Erwachsenen einander erreichen können. Benötigte Kindersitze solltet ihr vorab organisieren und nicht einfach im Auto erwarten.

Unsere Woche im Überblick

  1. August

Zug von Shanghai nach Guiyang Nord; Hotpot mit saurer Brühe

Für den Ankunftsabend wenig vornehmen.

  1. August

Geologisches Museum, Abendessen, Wenchang-Pavillon und Nachtmarkt an der Taiping Road

Museum vorab buchen und nach dem Regen draußen weiterziehen.

  1. August

Tianhetan: Floß, Höhlenboot, Höhlenwanderung und Wasserfälle

Längeren Höhlenweg oder kurzen Ausgang nach der Kondition auswählen.

  1. August

Altstadt von Qingyan

Erst die Stadtmauer besteigen, danach gemütlicher weitermachen.

  1. August

Longli Oil Painting Grassland

Ein Tag, an dem die Spielwünsche der Kinder im Mittelpunkt stehen.

  1. August

Hotelpause für unseren Sohn und seinen Opa; Qingyun-Markt für uns andere

Ein festes Hotel erleichtert es, sich nach Bedarf aufzuteilen.

  1. August

Zug von Guiyang Ost zurück nach Shanghai

Abfahrtsbahnhof prüfen: Wir fuhren nicht dort ab, wo wir angekommen waren.

5. August: sieben Stunden Zugfahrt und danach Hotpot

Wir fuhren ohne Umstieg von Shanghai nach Guiyang Nord. Sieben Stunden klangen vorher lang, doch mit Büchern, Zeichnen, Mittagessen und Milchtee vergingen sie erstaunlich entspannt. Abends probierten wir den örtlichen Hotpot mit saurer Brühe. Ein gutes erstes Essen in der neuen Stadt.

Unsere Kinder beim Hotpot am ersten Abend in Guiyang.

Mehr zu Buchung, Essen und den Bahnhöfen steht in unserem Bericht über die siebenstündige Zugfahrt von Shanghai nach Guiyang.

6. August: erst ins Museum, nach dem Regen in die Stadt

Das Geologische Museum von Guizhou hatten wir vorher gebucht. Darüber waren wir froh, als der heftige Regen kam. Während wir auf besseres Wetter warteten, hatten die Kinder drinnen viel zu entdecken.

Die Kinder betrachten eine Ausstellung im Geologischen Museum von Guizhou.

Als wir fertig waren, hatte es aufgehört zu regnen. Im Zentrum aßen wir Laoguo, ein lokales Gericht, das am Tisch auf einer heißen Platte zubereitet wird. Danach liefen wir Richtung Wenchang-Pavillon und durch den lebhaften Nachtmarkt an der Taiping Road. Die Kinder hatten viel zu schauen. Vor einigen Essensständen waren die Schlangen lang, aber wir konnten die Atmosphäre auch genießen, ohne uns überall anzustellen.

Unser Sohn läuft an Essensständen des Nachtmarkts an der Taiping Road vorbei.

7. August: Tianhetan, wo Aufteilen den Tag leichter machte

Zuerst fuhren wir auf einem Bambusfloß, dann stiegen wir in ein Boot für die Wasserhöhle um. Anschließend konnte man entweder zu Fuß durch die nächste Höhle gehen oder einen kurzen Ausgang nehmen. Unser Sohn kam mit meiner Frau und mir auf den etwa fünfzigminütigen Weg mit vielen Treppen. Unsere Tochter und mein Schwiegervater nahmen die rund dreiminütige Abkürzung.

So konnte unser Sohn weiter auf Entdeckungstour gehen, ohne dass seine Schwester und sein Opa sämtliche Treppen bewältigen mussten. Danach blieben uns noch die Wasserfälle und der See.

Wir hatten keine Eintrittskarten im Voraus gekauft und mussten am Eingang anstehen. Beim nächsten Mal würde ich vorab buchen und darauf achten, dass die gewünschten Bootsfahrten enthalten sind.

8. August: auf die Stadtmauer von Qingyan

Qingyans Stadtmauer bot den Kindern eine kleine Version des Kletterabenteuers, das sie sich vorgestellt hatten. Sie gehört zur alten Stadt und ist nicht die Chinesische Mauer. Die Stufen und die Aussicht reichten trotzdem aus, um die Kinder zum Weitersteigen zu motivieren. Manche Abschnitte waren steil. Über eine andere Treppe gingen wir wieder hinunter und schlenderten durch die belebten Marktgassen.

Unsere Kinder steigen eine Steintreppe auf Qingyans Stadtmauer hinauf.

9. August: Longli, ein Tag nach den Wünschen der Kinder

Nach mehreren Besichtigungstagen waren wir dran, ihren Interessen zu folgen. Im Longli Oil Painting Grassland brachte uns eine langsame Seilbahn nach oben. Dort rutschten die Kinder auf Gras und wir ritten auf Kamelen. Ein weiterer Höhepunkt waren später die kleinen Wagen, mit denen es bergab ging. Gegen Ende fing es leicht an zu regnen, doch die Kinder waren viel zu begeistert von der Fahrt, um sich daran zu stören.

Weites Grasland und Windräder in der Ferne im Longli Oil Painting Grassland.

10. August: ein kleineres Programm

Unser Sohn fühlte sich nicht wohl. Nach einem Besuch in einer Apotheke in der Nähe blieben er und mein Schwiegervater zum Ausruhen im Hotel. Meine Frau und ich nahmen unsere Tochter mit zum Qingyun-Markt. Weil wir ein festes Hotel hatten, mussten wir dafür weder einen Check-out noch eine Zugfahrt umplanen.

Unsere Tochter entdeckte einen Laden voller Hello Kitty und bekam später ein Matcha-Eis. Ich freute mich, zufällig auf das Café Captain George zu stoßen. Die Bohnen aus Panama, die ich gern probiert hätte, waren ausverkauft; der handgefilterte Kaffee aus kolumbianischen Bohnen schmeckte mir aber ebenfalls. Ein paar Läden, Eis und guter Kaffee waren für diesen Tag genug.

Unsere Tochter schaut sich Hello-Kitty-Artikel auf dem Qingyun-Markt an.
Unsere Tochter mit ihrem Matcha-Eis an unserem ruhigeren Tag in der Stadt.

11. August: zurück nach Shanghai, von einem anderen Bahnhof

Auch die direkte Rückfahrt dauerte etwa sieben Stunden und verlief problemlos. Diesmal fuhren wir von Guiyang Ost ab, nicht von Guiyang Nord. Genau das würde ich vor dem Bestellen eines Autos noch einmal auf dem Ticket prüfen.

Welchen Ausflug würde ich bei weniger Zeit wählen?

Für Boote, Höhlen und Wasserfälle würde ich Tianhetan wählen und vorher prüfen, ob Boote und Höhlen geöffnet sind. Qingyan passt zu einem Aufstieg auf die Stadtmauer mit anschließendem Bummel durch die Altstadt. Longli ist etwas für einen Tag mit den Lieblingsaktivitäten der Kinder; schaut vorher, ob die gewünschten Angebote in Betrieb sind.

Bei weniger Zeit würde ich lieber einen Ausflug weglassen, als jede freie Stunde zu verplanen. Wir waren froh, Regen abwarten und unserem Sohn eine Pause gönnen zu können.

Was ich beim nächsten Mal vorbereiten würde

Ich würde Züge und Museum frühzeitig buchen und für Tianhetan möglichst vorher ein Ticket mit den gewünschten Bootsfahrten kaufen. Jede Teilgruppe bekäme außerdem eine kleine Tasche mit Regenschutz, Wasser und Snacks. Dann muss niemand auf das zweite Auto warten, wenn er etwas braucht.

Wenn ihr mit einem jüngeren Kind reist, das in der Stadt noch einen Buggy braucht, hilft unser Reisebuggy-Ratgeber bei der Wahl eines leicht zusammenklappbaren und tragbaren Modells. Für die Höhlentreppen in Tianhetan und die Stadtmauer von Qingyan braucht ihr allerdings einen anderen Plan: Das sind keine Wege für einen Kinderwagen.

Ich würde wieder die ganze Woche in einem Hotel bleiben. Wir konnten viel gemeinsam unternehmen und uns unkompliziert aufteilen, wenn jemand einen ruhigeren Tag brauchte.