GB Qbit+ vs. Easywalker Buggy XS: unser Vergleich aus dem echten Alltag
Von Peter CronaAktualisiert

Wir wollten eigentlich keinen sauberen Buggy-Test machen. Wir hatten bereits unseren GB Qbit+, und dann hatten wir Glück: Eine Freundin brauchte ihren Easywalker Buggy XS nicht mehr und gab ihn an uns weiter. So standen plötzlich zwei kompakte Buggys in unserem Flur, beide sichtbar benutzt, beide nützlich und beide auf eine Weise unperfekt, die man auf einer glatten Produktseite selten sieht.
Kurz gesagt: Der Easywalker Buggy XS ließ sich leichter hochheben, verstauen und als schneller Reisebuggy vorstellen; der GB Qbit+ fühlte sich ruhiger an, sobald unser Kind größer wurde und sich mehr im Sitz bewegte. Ich würde keinen von beiden zum klaren Sieger erklären. Die eigentliche Frage ist, ob eure Familie den kleinstmöglichen Buggy braucht oder einen kompakten Wagen, der beim Schieben mehr Ruhe gibt.
Wenn du noch nicht diese beiden Modelle vergleichst, sondern erst die Kategorie einordnen willst, starte mit unserem Ratgeber zu den besten Reisebuggys und unserem Artikel dazu, ob man mit Kinderwagen reisen kann. Diese Seite ist enger gefasst: Es geht darum, wie sich genau diese zwei Buggys bei uns zu Hause und im Familienalltag angefühlt haben.

Warum dieser Vergleich nicht ganz perfekt ist
Das wichtigste fehlende Foto ist der direkte Vergleich im zusammengefalteten Zustand. Das liegt nicht daran, dass ich es vergessen habe. Unser Easywalker Buggy XS kam mit defekter Faltfunktion zu uns, und trotz Reparaturversuch konnten wir den Mechanismus nicht wieder zuverlässig gangbar machen.
Das begrenzt, was ich ehrlich sagen kann. Ich kann die Faltmaße nicht aus eigener Nutzung vergleichen und möchte auch nicht so tun. Was ich ergänzen kann, ist die Erfahrung unserer Freundin vor dem Defekt: Sie mochte den Easywalker auf Reisen, weil er sich schnell falten ließ, kompakt blieb und sich nicht wie ein weiteres schweres Gepäckstück anfühlte.
Für uns wurde der defekte Faltmechanismus dadurch zu einer Grenze des Vergleichs. Sitz, Rahmen, Räder, Handling und Größe konnten wir neben dem GB Qbit+ gut einschätzen. Die komplette Routine von Haustür bis Flughafen aber nicht.
Erster Eindruck: Der Easywalker wirkt kleiner, der Qbit+ ruhiger
Nebeneinander gestellt wirkt der Easywalker Buggy XS sofort wie das kleinere Werkzeug. Der Rahmen ist schmaler, die Räder sind zurückhaltender, und der ganze Buggy beansprucht im Flur weniger Aufmerksamkeit. Wenn es nur um Treppen, einen engen Wohnungseingang oder Platz im Kofferraum ginge, würde mein Blick zuerst zum Easywalker gehen.
Der GB Qbit+ macht einen anderen Eindruck. Er ist weiterhin klar ein kompakter Kinderwagen und fühlt sich nicht wie ein großer Alltagswagen an. Neben dem Easywalker steht er aber etwas breiter und satter. In engen Situationen fand ich ihn immer noch gut handhabbar; der Unterschied ist eher, dass er etwas von diesem federleichten Easywalker-Gefühl abgibt und dafür mehr Vertrauen gibt, sobald das Kind nicht mehr ganz klein ist.


Tragbarkeit: Ich verstehe, warum Eltern den Easywalker mögen
Auch mit unserem defekten Faltmechanismus verstehe ich den Reiz des Easywalker. Er hat dieses Gefühl von: Heute nehmen wir den kleinen Buggy. Er versucht nicht, sich wie ein vollwertiger Alltagskinderwagen anzufühlen. Er wirkt wie der Wagen für Zug, Flughafen, Kofferraum oder für Tage, an denen einen schon der Gedanke an den großen Kinderwagen müde macht.
Die Erfahrung unserer Freundin zählt hier, weil sie ihn genutzt hat, als das Falten noch funktionierte. Am liebsten mochte sie ihn an Tagen mit schnellen Übergängen: zusammenklappen, anheben, weitergehen. Ich würde trotzdem immer die Airline-Regeln prüfen, bevor ich davon ausgehe, dass ein Buggy mit in die Kabine darf. Die Regeln und ihre Auslegung sind unterschiedlich. Aber ich verstehe, warum er für sie flugtauglich wirkte.
Der GB Qbit+ gehört in dieselbe grobe Kategorie, fühlt sich aber anders an. Er wirkt mehr wie ein kompakter Alltagswagen, der gut reisen kann, und weniger wie der kleinstmögliche Ersatzbuggy.

Stabilität: Der Qbit+ machte mich weniger nervös
Hier tendiert meine persönliche Vorliebe leicht zum GB Qbit+. Als unser Kind größer wurde, gab mir der Easywalker manchmal kleine Schreckmomente: eine schnelle Kurve, eine Gewichtsverlagerung, ein Kind, das sich im falschen Moment zur Seite lehnt. Ich nenne ihn damit nicht unsicher oder schlecht konstruiert. Ich sage nur, dass ich beim Schieben manchmal unwillkürlich fester zugegriffen habe.
Der GB Qbit+ fühlte sich in solchen Alltagssituationen ruhiger an. Die zusätzliche Radauflage und die vollere Basis zählten vor allem dann, wenn ich ohnehin schon anderes gleichzeitig tat: Tasche halten, ein anderes Kind im Blick behalten, durch eine Tür lenken oder am Bahnhof niemandem im Weg stehen.
Das ist der Kompromiss, den ich ernst nehmen würde. Für ein kleineres Kind und eine unkomplizierte Reise ergibt der Easywalker weiterhin Sinn. Für ein größeres Kleinkind oder für Eltern, die auf ein sehr leicht reagierendes Fahrgefühl empfindlich reagieren, wäre der Qbit+ für mich entspannter.


Sitz und Verdeck: Beide bleiben Reisebuggy-Kompromisse
Keinen von beiden würde ich für lange Neugeborenen-Nickerchen, raue Winterwege oder ganztägigen Komfort wählen. Das ist nicht ihre Aufgabe. Es sind kompakte Buggys, und das spürt man bei Sitztiefe, Stoffen, Rädern und Rahmen.
Der Easywalker-Sitz wirkt offener und unkomplizierter. Der GB Qbit+ fühlt sich etwas geschützter an, auch weil Verdeck und Seitenstruktur näher um das Kind liegen. Ich würde hier keinen pauschal höher bewerten. Manche Kinder mögen einen einfacheren Sitz mit mehr Sicht nach draußen; andere kommen besser zur Ruhe, wenn der Buggy etwas geschlossener wirkt.


Die Verdecke erzählen dieselbe Geschichte leiser weiter. Der Easywalker bleibt reduziert. Der GB Qbit+ wirkt etwas stärker abgedeckt. In der Praxis würde ich das immer mit Kind im Sitz testen, denn Sonnenstand, Körpergröße und die Frage, ob dein Kind ständig am Verdeck zieht, können wichtiger sein als die Form auf einem Foto.

Stauraum und echte Gebrauchsspuren
Beide Körbe sind auf die bescheidene Art nützlich, wie kompakte Buggy-Körbe eben nützlich sind. Regenschutz, kleine Tasche, Mütze, Snackbox: ja. Ein richtiger Supermarkteinkauf: nein.
Das Hilfreiche an diesen Fotos ist, dass die Buggys benutzt aussehen. Die Räder sind staubig. Der Korbstoff hat Spuren. Die Rahmen haben Kratzer. Für mich macht das den Vergleich glaubwürdiger, weil genau so Reisebuggys nach Bahnhöfen, Spielplatzeingängen, Hausfluren und Kofferräumen aussehen. Gebrauchsspuren machen sie nicht automatisch zu schlechten Käufen, zeigen aber, wo man genau hinschauen sollte.


Gebraucht kaufen: Beide können Sinn ergeben, aber prüfe Unterschiedliches
Ich würde beide gebraucht in Betracht ziehen, wenn Preis und Zustand zusammenpassen. Kompakte Buggys haben oft ein gutes zweites Leben, weil viele Familien sie nur für Reisejahre, Großeltern, Kitawege oder als Ersatzbuggy brauchen.
Beim Easywalker Buggy XS wäre ich streng mit dem Faltmechanismus. Unsere eigene Erfahrung macht das offensichtlich. Wenn er sauber funktioniert, wird der ganze Zweck des Buggys überzeugender. Wenn nicht, kaufst du eine deutlich weniger sinnvolle Version desselben Wagens.
Beim GB Qbit+ würde ich mehr Zeit auf Räder, Lenkung, Bremse, Rahmenspiel und ebenfalls den Faltmechanismus verwenden. Weil er etwas kräftiger wirkt, wurde er vielleicht stärker als Alltagswagen genutzt. Das ist in Ordnung, wenn er gut gepflegt wurde, macht eine echte Prüfung vor Ort aber wichtiger.
Bei beiden Buggys würde ich außerdem die Rückenlehnenverstellung testen, nicht nur Räder und Faltung anschauen. Bei kompakten Buggys entscheidet dieses kleine Gurt-und-Schnallen-Detail darüber, wie aufrecht oder entspannt die Lehne sitzt. Wenn es rutscht, klemmt oder abgenutzt wirkt, rollt der Wagen vielleicht noch gut, nervt aber im Alltag.


Welchen würde ich wählen?
Wenn ich für das leichteste Reisegefühl wählen müsste und der Easywalker-Faltmechanismus einwandfrei funktioniert, würde ich den Easywalker Buggy XS gut verstehen. Er verlangt weniger von Händen, Flur und Kofferraum.
Wenn ich für meinen eigenen ruhigeren Alltag mit einem schwereren Kind wählen müsste, würde ich zum GB Qbit+ tendieren. Er verlangt, dass man etwas mehr Buggy akzeptiert, gab mir beim Schieben aber mehr Vertrauen. Das ist eine persönliche Vorliebe, kein Urteil darüber, welches Produkt besser ist.
Die fairste Antwort ist:
- Wähle den Easywalker Buggy XS, wenn dir Leichtigkeit, kleine Maße und schnelle Reisehandhabung am wichtigsten sind.
- Wähle den GB Qbit+, wenn du einen kompakten Buggy möchtest, der sich trotzdem etwas ruhiger und kräftiger anfühlt.
- Kaufe beide gebraucht nur, nachdem du Faltung, Bremse, Räder, Gurt und Rahmen selbst getestet hast.
Fazit
Ich mag an unserer Geschichte, dass der Kompromiss sichtbar wird, ohne dass man ein dramatisches Urteil fällen muss. Der Easywalker Buggy XS zeigt, warum Eltern einen Buggy schätzen, der sich leicht anheben und verstauen lässt. Der GB Qbit+ zeigt, warum etwas mehr Struktur beruhigend sein kann, sobald das Kind nicht mehr ganz klein ist.
Für Familien mit Aufzügen, Wohnungsstauraum, Zügen, Flügen, Kofferräumen und Wochenendtrips lautet die bessere Frage nicht: Welcher ist objektiv der beste? Sondern: Welcher Kompromiss würde mich in sechs Monaten weniger nerven?
Genau diese Frage würde ich zu einer Gebrauchtbesichtigung oder in den Laden mitnehmen. Falte ihn. Hebe ihn an. Schiebe ihn mit Gewicht im Sitz. Wende ihn in einem engen Flur. Dann nimm den, der eure eigene Familienlogistik weniger fragil wirken lässt.