Lohnen sich teure Kinderwagen?

Unsere drei Kinderwagen: ein Hauck Sport Buggy (günstig), ein Bugaboo Donkey (Premium) und ein Joie Litetrax 4 (Mittelklasse).

Lohnen sich teure Kinderwagen? Diese Frage haben wir uns selbst gestellt, bevor wir das Geld für einen Premium-Kinderwagen ausgegeben haben. Für uns war die Antwort am Ende ja, aber nur, weil uns Komfort, Nutzung ab Geburt und langfristiger Gegenwert wirklich wichtig waren.

Oft ja, aber nur dann, wenn der teurere Kinderwagen ein echtes Problem für dich löst. Premium-Modelle sind meist bei Federung, Verarbeitungsqualität, Wiederverkaufswert und Komfort für Neugeborene besser, aber nicht jeder teure Kinderwagen ist den Aufpreis wert.

Wenn du zuerst verstehen willst, warum Kinderwagen überhaupt so teuer werden, lies Warum sind Kinderwagen so teuer?. Wenn du konkrete Preisbereiche suchst, schau dir Was kostet ein Kinderwagen? an.

Wir hatten inzwischen drei sehr unterschiedliche Kinderwagen: Bugaboo Donkey, Joie Litetrax 4 und Hauck Sport Buggy. Diese drei Modelle stehen für uns ziemlich gut für Premium-, Mittelklasse- und günstige Kinderwagen. Wir waren mit allen zufrieden, aber sie passten zu unterschiedlichen Phasen und unterschiedlichen Einsatzzwecken.

Was ist der Unterschied zwischen teuren und günstigen Kinderwagen?

Wenn ich unsere drei Kinderwagen in einem Blindtest schieben müsste, könnte ich sofort sagen, welcher Premium, Mittelklasse oder günstig ist. Man merkt die höhere Qualität eines Bugaboo sehr deutlich. Unser Bugaboo Donkey lief über mehr als acht Jahre praktisch problemlos. Mein Mann musste nur einmal den Schlauch wechseln, nachdem wir einen Platten hatten.

Teure Kinderwagen punkten oft besonders beim Komfort. Bei uns entsprach die Qualität der Federung ziemlich klar dem Preis. Mit seiner sehr guten Federung und den großen luftgefüllten Rädern bot der Bugaboo Donkey selbst auf Waldwegen eine ruhige Fahrt. Gerade mit einem kleinen Neugeborenen ist das Gold wert. Sowohl unser Sohn als auch unsere Tochter sind auf langen Spaziergängen darin eingeschlafen und auch eingeschlafen geblieben. Unser Mittelklasse- und unser günstiger Kinderwagen konnten da schlicht nicht mithalten.

Auch wenn viele Kinderwagen auf dem Papier ab Geburt nutzbar sind, halten wir eine echte Babywanne mit flacher und großzügiger Liegefläche für sehr wichtig. Das ist für das Baby komfortabler und für dich als Elternteil einfacher, vor allem beim ersten Kind. Der Bugaboo Donkey hat außerdem eine sehr gute Belüftung. Nach unserer Erfahrung haben teurere Kinderwagen oft die bessere Luftzirkulation und teils auch Stoffe mit antibakteriellen oder temperaturregulierenden Eigenschaften.

Ein oft unterschätzter Punkt ist der Wiederverkaufswert. Ein wirklich guter, aber teurer Kinderwagen kann am Ende sogar günstiger sein als ein billigeres Modell. Premium-Kinderwagen bekannter Marken halten ihren Wert oft deutlich besser. Wenn du ihn später verkaufst, bekommst du einen großen Teil des Kaufpreises zurück. Genau deshalb haben wir mit dem teureren Kinderwagen am Ende sogar Geld gespart.

Sind alle teuren Kinderwagen automatisch gut?

Hier möchten wir ausdrücklich warnen: Ein hoher Preis allein sagt noch nicht, dass ein Kinderwagen wirklich gut ist. Du musst überlegen, was dir wichtig ist. Für uns waren das Sicherheit, Komfort und Bedienbarkeit. Schönes Design ist nett, aber dafür würden wir nicht extra bezahlen. Wenn möglich, probiere den Kinderwagen aus. Falls das nicht geht, achte besonders auf Räder, Federung, Belüftung, Stoffeigenschaften und andere Merkmale mit echtem praktischem Nutzen. Vor allem bei unbekannten Marken, die nur hübsch aussehen, wären wir vorsichtig.

Brauche ich für mein Baby einen teuren Kinderwagen?

Zwingend nötig ist das nicht. Trotzdem bereuen wir unseren Premium-Kinderwagen überhaupt nicht und hatten das Gefühl, dass sich sein Wert gerade in den ersten Monaten besonders stark gezeigt hat. Ehrlich gesagt würden wir sogar sagen, dass er sich selbst ein Stück weit bezahlt gemacht hat, weil unser Baby darin leichter eingeschlafen ist und länger geschlafen hat. Dazu kam, dass wir ihn später noch zu einem guten Preis weiterverkaufen konnten.

Brauche ich für ein Kleinkind einen teuren Kinderwagen?

Deutlich weniger als für ein Neugeborenes. Für ein Baby willst du vor allem maximalen Komfort bieten. Dass du als Elternteil ebenfalls profitierst, ist dann ein zusätzlicher Vorteil. Bei einem Kleinkind ist es eher umgekehrt: Das Kind selbst merkt den Unterschied oft weniger, aber du als Elternteil profitierst weiterhin stark. Ein Premium-Kinderwagen lässt sich meist leichter schieben, kommt besser mit schlechtem Untergrund klar und braucht oft weniger Wartung oder Reparaturen.

Als unser Sohn älter war, haben wir für Reisen zusätzlich einen günstigen Kinderwagen gekauft, den Hauck Sport Buggy. Für uns Eltern war er deutlich weniger komfortabel, aber unser Sohn war es ziemlich egal, in welchem Wagen er saß.

Einen guten Kinderwagen mit kleinerem Budget finden

Wenn das Budget knapp ist, verstehen wir sehr gut, dass die Preise zunächst abschreckend wirken. Uns ging es genauso. Anfangs fanden wir es verrückt, so viel Geld für einen Kinderwagen auszugeben. Je mehr wir aber darüber nachgedacht haben, desto klarer wurde uns: Wenn man etwas so häufig nutzt, kann sich die Investition durchaus lohnen. Im Rückblick würden wir das klar bejahen.

Wir empfehlen deshalb vor allem für Neugeborene einen Blick auf den Gebrauchtmarkt. Dort bekommt man oft hochwertige Premium-Kinderwagen zu vernünftigen Preisen. Wenn dein Kind ähnlich ist wie unsere, wirst du dich spätestens dann darüber freuen, wenn es dank des Wagens schneller einschläft oder während des gesamten Spaziergangs weiterschläft. Vielleicht sogar lang genug für einen kurzen Restaurantbesuch zum Abschluss.

Fazit

Die Preise für Premium-Kinderwagen können beim ersten Blick schockieren. So ging es uns auch. Trotzdem sind wir im Nachhinein sehr froh, dass wir uns dafür entschieden haben. Wir haben die gute Federung, die stoßdämpfenden Räder, den höhenverstellbaren Griff und viele weitere Details sehr geschätzt. Und am deutlichsten merkt man den Unterschied eigentlich, sobald man verschiedene Modelle einmal direkt schiebt: Man fühlt und hört schnell, welcher Wagen Premium ist und welcher nicht.